
Ein stilles Rückgrat der Sächsischen Dampfschifffahrt
Die Fachgruppe Elbeschiffahrt – Engagement, Wissen und Leidenschaft
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Mehr InformationenHätte man den Mitgliedern der Fachgruppe Elbeschiffahrt irgendwann in den frühen 1980er-Jahren einen Moment der Ruhe gegönnt, sie hätten vermutlich gesagt: „Wir müssen jetzt handeln – sonst verschwindet etwas für immer.“ Denn in diesen Jahren lag ein stilles Wissen in der Luft: dass Dampfschiffe verschwinden können. Nicht durch ein großes Ereignis, sondern durch Zeit, Vergessen und fehlende Aufmerksamkeit.
Die Fachgruppe entstand nicht aus Nostalgie, sondern aus Verantwortung. Immer weniger Dampfer waren unterwegs, technische Substanz verfiel, historische Zusammenhänge drohten verloren zu gehen. Also begann man zu sammeln: Fotos, Zeichnungen, Erinnerungen, technische Details. Man hörte zu, fragte nach, verglich, ordnete. Aus Einzelwissen wurde Struktur, aus Gesprächen wurden Texte, aus Fragmenten Geschichte.
Besonders sichtbar wurde dieses Engagement bei der Rettung des Dampfers „Diesbar“. Was heute selbstverständlich erscheint, war damals offen. Ziel war zunächst nicht der Fahrbetrieb, sondern das Überleben des Schiffes. Tausende ehrenamtliche Stunden, fachliche Argumente und praktische Arbeit sorgten dafür, dass die „Diesbar“ erhalten blieb – und später wieder fahren konnte.
Parallel dazu wuchs die dokumentarische Arbeit. Erste Aufsätze entstanden, Biografien von Schiffen wurden rekonstruiert, technische Entwicklungen nachvollziehbar gemacht. Vieles davon bildet bis heute die Grundlage dessen, was wir über die Flotte wissen.
Die Fachgruppe ist damit Gedächtnis und Vermittler zugleich. Ihr Wirken zeigt sich in Ausstellungen, an Bord der Schiffe, in Archiven und im Gespräch mit Gästen. Viele Narrative der Sächsischen Dampfschifffahrt wären ohne diese Arbeit nicht denkbar.
Aus Sicht der Sächsischen Dampfschifffahrt ist das ein Grund für echten Dank. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Es ist Ausdruck von Verantwortung, Ausdauer und Leidenschaft.
Und es geht weiter: Die Fachgruppe sucht neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Menschen mit Neugier, Interesse an Geschichte, Technik oder einfach an der Elbe. Wissen darf wachsen, weitergegeben werden – und Geschichte lebt davon, dass sich jemand kümmert.