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Ein Denkmal, das fährt – Der PD “Meissen”

Der PD „Meissen“ ist ein besonderes Schiff, weil er nichts vorspielt. Er ist alt – und er arbeitet. Wer an Bord des PD „Meissen“ geht, merkt schnell: Das hier ist kein nachgebautes Erinnerungsstück, sondern ein echtes Stück Technikgeschichte auf dem Fluss.

Ein schwimmendes Denkmal ist der PD „Meissen“ nicht, weil er geschont wurde, sondern weil er immer wieder angepasst, repariert und genutzt wurde. Er wurde modernisiert, umgebaut und durch schwere Zeiten gebracht. Genau deshalb ist er heute noch da. Und genau deshalb fährt er.

Das Herz dieses Schiffes ist seine Dampfmaschine. Keine Attrappe, kein Museumsobjekt, sondern ein funktionierendes Original. Sie bestimmt den Rhythmus, das Geräusch, das Gefühl an Bord des PD „Meissen“. Langsam, kraftvoll, zuverlässig. So, wie gute Technik eben arbeitet.

Und jetzt darf man sich einen Moment erlauben, der nichts mit Fachbüchern zu tun hat, sondern mit Kindheit.

Das PD-„Meissen“-Quartett – Trumpfkarte Technik

Stellen wir uns vor, es gäbe ein Quartettspiel für historische Dampfer.
Und jemand legt die Karte PD „Meissen“ auf den Tisch.

Dann stünde dort:

Antrieb:
Oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine
→ später umgebaut zur oszillierenden Zweizylinder-Verbundmaschine

Steuerung:
Schiebersteuerung

Kondensation:
Einspritzkondensation

Umbau:
Maschinenumbau 1913/14 durch die Werft Dresden-Übigau
– neuer Hochdruckzylinder
– neue Steuerexzenter
– Spindelumsteuerung
– neuer Kessel (Zweiflammrohr-Zylinderkessel)

Leistung:
230 PS
36–45 Umdrehungen pro Minute

Spätestens hier würde man grinsen, die Karte ruhig auf den Tisch legen und sagen:
Stich.

Denn diese Kombination ist kein theoretischer Wert, sondern gelebte Praxis. Die Maschine des PD „Meissen“ arbeitet genau so – heute noch. Und sie tut das nicht laut oder hektisch, sondern mit der Gelassenheit eines Systems, das weiß, was es kann.

Zur Geschichte des PD „Meissen“ gehört auch, dass er in Ausnahmesituationen nicht verschont wurde. Er fuhr lange Strecken, transportierte Menschen, wurde getarnt, eingesetzt, gebraucht. Und er kam zurück. Nicht unversehrt, aber erhalten. Repariert, weitergeführt, bewahrt.

Genau das macht ihn aus. Der PD „Meissen“ ist kein Denkmal, weil man ihn stillgelegt hat. Er ist ein Denkmal, weil man ihn weiterfahren ließ.

Und wer heute an Bord des PD „Meissen“ steht, merkt schnell:
Hier fährt nicht nur ein Schiff.
Hier fährt Geschichte – ruhig, souverän und vollkommen unaufgeregt.

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